Gemeinsam Schule verändern: Rückblick auf die Zusammenarbeit mit den „Transkulturellen Modellschulen“ 2025/26
Wie kann Schule ein Ort werden, an dem Vielfalt nicht nur wahrgenommen, sondern aktiv gestaltet wird?
Mit dieser Frage haben wir im vergangenen Schuljahr drei Schulen als „Transkulturelle Modellschulen“ begleitet:
die Grundschule Südstadt in Halle (Saale),
die Ganztagsschule „Johannes Gutenberg“ in Wolmirstedt sowie
die Berufsbildende Schulen III „J. C. v. Dreyhaupt“ in Halle (Saale).
Gemeinsam mit den Schulen setzten wir als Team der Servicestelle Interkulturelles Lernen in Schulen Impulse für eine transkulturelle und diskriminierungskritische Schulentwicklung. Zu Beginn fanden Kennenlerngespräche, eine ausführliche Projektvorstellung im Kollegium sowie eine Bedarfserhebung statt. Auf dieser Grundlage entwickelten wir gemeinsam mit der jeweiligen Schule passgenaue Formate, die sich an den Fragen, Erfahrungen und Bedarfen der Kollegien orientierten.
Umgesetzt wurden unter anderem Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte, Beratungs- und Austauschformate sowie Reflexionsgespräche. Inhaltlich ging es um kultursensible Elternzusammenarbeit, Mehrsprachigkeit, sprachsensiblen Unterricht, traumasensible Pädagogik sowie den Umgang mit Rassismus und Diskriminierung im Schulalltag.
Die Zusammenarbeit zeigte, wie unterschiedlich schulische Ausgangslagen sein können: An den Grundschulen standen besonders Fragen der Kommunikation und Zusammenarbeit mit Eltern, Mehrsprachigkeit und Beteiligung von Familien im Mittelpunkt. Dabei ging es zum Beispiel darum, wie Informationen verständlich vermittelt werden können, wie Sprachbarrieren im Kontakt mit Eltern abgebaut werden und wie neu zugewanderte Schüler*innen im Klassen- und Schulalltag gut ankommen. In den weiterführenden Schulen spielten Sprachförderung sowie eine traumasensible Begleitung junger Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung eine wichtige Rolle.
Die Fortbildung zu traumasensibler Pädagogik trug dazu bei, dass bestimmte Lehrkräfte Reaktionen von Schüler*innen besser verstehen und pädagogisch einordnen können. Diese Perspektive war für die Lehrkräfte ein hilfreicher Impuls für den Schulalltag.
In den Abschlussgesprächen beschrieben die Schulen die Zusammenarbeit insgesamt als praxisnah, unterstützend und stärkend. Besonders schätzten die beteiligten Schulen die offene Reflexion, konkrete Beispiele aus dem Schulalltag und den Raum, eigene Fragen und Unsicherheiten gemeinsam zu besprechen.
Gleichzeitig wurde deutlich: Diskriminierungskritische Schulentwicklung ist kein abgeschlossener Prozess. Sie braucht Kontinuität, Zeit und die Bereitschaft, immer wieder hinzuschauen.
Das Team der Servicestelle Interkulturelles Lernen in Schulen bedankt sich herzlich bei allen drei Modellschulen für das Vertrauen, die Offenheit und die engagierte Zusammenarbeit.
Kontaktieren Sie uns gerne unter: schule@lamsa.de