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Eine Reise: von der Interkulturalität zur Transkulturalität


Unser Projekt nennt sich „interkulturelles Lernen in der Kita“ – doch arbeiten wir nach einem transkulturellen Ansatz. Was ist da der Unterschied? Und was hat das mit unserem Wandkalender zu tun?

Schon seit Jahren sehen wir eine Entwicklung von der Interkulturalität zur Transkulturalität.

Der interkulturelle Ansatz betont den Dialog zwischen klar definierten Kulturen. Der Fokus liegt darauf, das „Eigene“ und das „Fremde“ zu verstehen und einen guten Umgang zwischen diesen stabilen kulturellen Kategorien zu fördern. Dabei liegt der Fokus auf geographischer Herkunft, Sprache und Religion. In der interkulturellen Arbeit sehen wir Kulturen als eine Ansammlung von Bräuchen und Alltagspraktiken, die starr und unveränderlich sind. Deshalb betrachten wir jede Kultur als eine Insel für sich. In unserer Wahrnehmung setzen wir unsere Kinder, unsere Familien und uns selbst auf diese kulturellen Inseln, die unsere vermeintlichen Kulturen darstellen. Unsere eigenen Inseln nennen wir „normal“. Und die anderen sind „fremd“. Schließlich machen wir interkulturelle Arbeit und versuchen, Brücken zwischen den Inseln zu bauen.

Wir sehen aber in der täglichen Arbeit mit Familien, dass Kulturen nicht isoliert existieren. In vielen Einrichtungen wird transkulturell gearbeitet. Jedes Kind wird als vielfältiges Individuum wahrgenommen – nicht nur als Vertreter*in einer Kultur, Herkunft, Sprache oder Religion. Wir sehen, wie all diese individuellen und in sich wunderbaren und vielfältigen Kinder, ihre Familien und ihre Pädagog*innen zusammenkommen. Sie begegnen sich, treten in Beziehung, tauschen sich aus und bereichern einander. Sie beeinflussen und verändern sich gegenseitig und wachsen gemeinsam. Hier müssen keine Brücken gebaut werden. Wir schauen nicht nur auf Unterschiede, sondern auch auf Gemeinsamkeiten. So entsteht etwas Spektakuläres, ein Leben, das sich stetig entwickelt und sich immer wieder an die Bedürfnisse der einzelnen Familien und Kinder anpasst.

Unser transkultureller Wandkalender bildet diese Vielfalt ab. Er umfasst religiöse Feiertage (aus Traditionen wie Islam, Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Judentum, Sikhismus, Alevitentum und Jesidentum) aber auch familienkulturelle und gesellschaftliche Ereignisse wie der Tag der Menschen mit Behinderungen, der Kindertag oder der Beginn des Pride Months.

Wir empfehlen: Entscheiden Sie, Anfang des Jahres, gemeinsam mit den Kindern und Familien Ihrer Einrichtung, welche Feste Sie zusammen feiern wollen.